Charles Huddon Spurgeon lebte im 19. Jahrhundert. Wenn man aber seine Predigten liest, kommt man nicht auf den Gedanken, dass diese soooooo alt sind – an Aktualität kaum zu überbieten. Lest Euch das hier mal durch und denkt über Euer Leben nach, mir hats schon zu denken gegeben…
__________________________
„…und dabei vom Teufel versucht. Er aß in diesen Tagen nichts, so dass ihn hungerte, als sie zu Ende waren.“ Lukas 4, 2
Nicht Jesus allein, auch seine Jünger werden vom Teufel versucht. Und immer spielt er sich auf, als ob er es gut mit uns meint. Er möchte uns geschont wissen. Er will uns der Gefahr entreißen, uns lächerlich zu machen. Er möchte unser christentum so der Welt anpassen, dass alle Leute sagen müssen: „Ja, so lassen es wir uns gefallen!“
Lasst mich euch auf einige dieser Satansschliche aufmerksam machen!
Ich setze den Fall, dass du dich eines guten Werkes angenommen hast, aber von den Leuten ausgelacht, ja verdächtigt wirst. Sobald du den Mund auftust, dies Werk zu empfehlen, schiebt man die falsche Beweggründe unter. Schon naht sich der Versucher und sagt zu dir: „Warum machst du dich so lächerlich? Sie werden nicht aufhören mit ihrem Spott, bis du aufgegeben hast. Es mag sehr tapfer aussehen, ein Martyrer zu sein, und wenn man auf einmal verbrannt wird, ist es auch einmal aus, aber sozusagen über schwachem Feuer aufgehängt und langsam gebraten zu werden, das hält der stärkste Mann nicht aus. Sei doch klug! Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.“
Ein beliebter Angriff des Satans richtet sich gegendie Festigkeit des Glaubens. Während die Liebe in vielen erkaltet ist, bleibst du noch eifrig. Da naht sich der Feind und flüstert dir zu: „Sieh, wieweit du mit deiner Festigkeit kommst! Andere Leute sind auch wacker, du findest nichts an ihnen zu tadeln, willst du gerechter sein als sie? Warum willst du Gottes Sache vor dir herschieben und die Welt hinter dir herschleppen? Warum musst du durchaus zwei Tagreisen an einem Tage zurücklegen? Ist es nicht genug mit einer? Machs doch wie die anderen auch? Sind sie nicht ebenso ehrbare Bürger wie du? Halte dein Schläfchen und gönne dir auch mal Ruhe!“
Noch einen so „freundlichen“ Ratschlag hat der Teufel für uns. Er sagt: „Mußt du dich so strikt an die christlichen Regeln halten? Vernünftige Leute sind viel weitherziger. Sie rücken die Grenzen etwas weiter hinaus und lassen fünf gerade sein. Schließlich mußt doch jeder nach seiner Weise selig werden. Die Glaubensregeln fangen allmälich an, zu veralten; sie lassen sich mit der aufgeklärten Zeit nicht mehr in Einklang bringen. Brich mit diesen altmodischen Dingen und werde endlich ein Mensch, der in die Gegenwart paßt! Du weißt doch, dass Wahrheit und dichtung Nachbarskinder sind. Wilst du dich nun erkühnen, zu behaupten, dass gerade du die Wahrheit gefunden hättest? Schließlich ist die Bibel eine wächserne Nase, die auf jedes Gesicht passt. Man kann jede Wahrheit, aber auch jeden Irrtum mit ihr beweisen. Darum sei klug und passe dich der Zeit an!“
So redet der Satan noch lange Zeit weiter. Du aber, Gottesmensch, meide seine Gemeinschaft! Tritt ihm entgegen, wie der Meister selbst mit der Waffe des untrüglichen Wortes Gottes!
__________________________
aus: „Altes Gold aus Spurgeons Schätzen“, 1962